Abgestürzt – Die Geschichte von fünf im 2. Weltkrieg in Langenberg, Neviges, Mettmann und Wuppertal abgestürzten Halifax Bombern und deren Besatzungen

Titelbild
Fünf Halifax Bomber der Royal Air Force stürzten im 2. Weltkrieg im Radius von 10 km in der Region Velbert-Mettmann-Wuppertal nach erfüllter Mission auf dem Rückflug ab. Was passierte? Die dramatischen Ereignisse werden von den vier Buchautoren aufgezeigt.

Die Schicksale der jeweiligen 7 Besatzungsmitglieder werden aufgrund umfangreicher Recherchen detailliert beschrieben. Zeitzeugen berichten von grauenhaften Geschehnissen. Angehörige der überlebenden Besatzungsmitglieder geben bisher noch nie veröffentlichte Dokumente und Fotos für dieses Buch frei. Nach 70 Jahren machen die Autoren, die als ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger beim LVR tätig sind, an den Absturzstellen aufschlussreiche archäologische Funde.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort
Prolog 1 – Der Bombenkrieg über Deutschland
Prolog 2 – Die Handley Page 57 „Halifax“
HR-807 – 2 Shilling in Feindesland
MZ-377 – „Schräge Musik“ war ihr Schicksal
MZ-741 – Le Petit France
HR-876 – Keine Rückkehr von Berlin
LV-936 – The most luckiest guy ever seen
Epilog – Erinnerungskultur
Danksagung
Quellen- und Bildverzeichnis
Autoren

Auszug aus dem Vorwort

„Die Wetterbedingungen waren zufriedenstellend, die Nacht war relativ klar! Wir flogen zunächst in Richtung Süden! Auf der rechten Seite konnte man die Hauptstadt London erkennen. Es ging dann weiter über den Ärmelkanal, vorbei an Brüssel und weiter, in einer Höhe von 19.000 Fuß (ca. 6000m), Richtung Osten. Die Lichter des befreiten Landes verblassten und vor uns lag das schwarze Deutschland. Am Boden sahen wir auf beiden Seiten kämpfende Truppen. Überall waren Einschläge von Bomben und Granaten zu sehen. Auf der rechten Seite gab es Detonationen der schweren Flak. Wegen der Flughöhe waren diese aber außerhalb unserer Reichweite! Kurz vor unserem Zielgebiet sahen wir dann eine beeindruckende Mauer aus hunderten von Lichtkegeln, die in den Himmel ragten. Einen kurzen Augenblick später überall Explosionen der Flak. Unser Navigator gab den Befehl Richtung Süden abzudrehen. Wir waren alle erleichtert. Wir flogen außer Reichweite zwischen zwei beleuchteten Bereichen durch. Einer der Bordschützen rief „Flugzeug in Flammen, es geht zu Boden“. Der Navigator rief: „Seht ihr schon das Ziel?“. Bis auf ein paar Lichtkegel sah man aber nur die Dunkelheit. Es wurden Zielmarker abgeworfen und der Navigator rief: „Wir bombardieren über Instrumente!“ Unten herrschte Dunkelheit, Bomben wurden abgeworfen und dann brach ein riesiges Feuerinferno aus. Wir wussten nicht, was wir getroffen hatten, da die Flammen hochschlugen und sich mit dem dicken schwarzen Rauch vermischten. Aber wir waren stolz!“
So schilderte Captain Jean Veauvy in seinem Tagebuch den Angriffsflug auf Witten in seiner Halifax NR-242 in der Nacht auf den 19.03.1945. Ähnlich dramatisch und gefährlich sind sicherlich die 75.532 Halifax-Einsätze gegen deutsche militärische Ziele und deutsche Städte verlaufen, bei denen insgesamt nur von Bombern des Typs Halifax 231.252t Bomben  abgeworfen wurden. Captain Veauvy und seine Crew hatten Glück, sie kehrten am 19. März von diesem Flug unversehrt nach England zurück, vielleicht hat ihnen ihr Maskottchen, das jede Mannschaft bei sich hatte, geholfen. Seinem Staffelkameraden Gonthier in der neben ihm fliegenden Halifax MZ-741 – übrigens mit einem Maskottchen aus Nordafrika – war dieses Glück nicht beschert.

Im Unterschied zu bereits vorliegenden Publikationen zum Thema Flugzeugarchäologie ist bei diesem Buch die Konzentration von 5 Halifax-Abstürzen in einem relativ eng umgrenzten Raum einzigartig, 5 Besatzungen, die auf dem Heimflug zu ihrer Basis nach England waren, 5 Halifax, die Tonnen von Bomben auf deutsche Städte abgeworfen hatten, 35 Männer, die glaubten, das Schlimmste überstanden zu haben und dem mörderischen Krieg doch nicht „wegfliegen“ konnten: „Schicksalsnächte“.
Einblicke in die archäologische Befundanalyse, die Rechercheergebnisse zur Besatzung und die Erlebnisberichte der Überlebenden sollen den Leser teilhaben lassen an unserer Arbeit.
Als ehrenamtliche Mitarbeiter des LVR, Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, beschäftigen wir uns mit archäologischen Recherchen im Raum Kreis Mettmann und Wuppertal. Das Spektrum unserer Arbeit – immer in Abstimmung mit der für uns zuständigen Dienststelle Overath – reicht von der Steinzeit bis zum 2. Weltkrieg.

Das Buch ist derzeit vergriffen! Schreiben Sie mir eine E-Mail, wenn Sie Interesse an einem Exemplar haben. Bei ausreichend Interessenten gibt es ggf. mittelfristig eine 2. Auflage.